- Februar 2026
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FVM-Anlageausschuss zum 1. Quartal 2026 im Stadion des SC Freiburg

FVM-Anlageausschuss zum 1. Quartal 2026 im Stadion des SC Freiburg
Schon die Location der Anlageausschusssitzung der FVM im ersten Quartal 2026 war etwas Besonders: „Wir sind heute dort zu Gast, wo sonst die Spielstrategie des SC Freiburg entwickelt wird“, begrüßte Claus Walter die Gäste. Diesmal fand die Veranstaltung nämlich im Europa-Park Stadion statt mit Blick auf den Fußballrasen. Mit dabei war der vielen unserer Kunden aus seinen Vorträgen bestens bekannte Prof. Dr. Hartwig Webersinke. Er freute sich besonders über die diesmal etwas größere Runde von rund 20 Personen, die eine breite Mischung von langjähriger Expertise von Steuerfachleuten, Wirtschaftsprüfern und Geschäftslenkern sowie erfolgreiche Unternehmer und Selbständige zusammenbrachte. „Wir haben hier viele Jahre Berufstätigkeit und jede Menge Erfahrung am Tisch sitzen“, sagte Prof. Webersinke, „das sind beste Voraussetzungen, um die Leitplanken für die Strategie der FVM optimal zu setzen.“
Genau das ist die Aufgabe des regelmäßig stattfindenden Anlageausschusses - ein Konzept, das sich seit über einem Vierteljahrhundert bewährt hat: Mit Hilfe externer Fachleute, die durch ihre alternativen Blickwinkel wertvolle Perspektiven einbringen können, wird der Rahmen festgelegt, in dem die Basisstrategie der FVM Vermögensverwaltung umgesetzt wird. Dazu wird gemeinsam die globale Lage eingeschätzt und daraus die Folgen für Anlagestrategie und Risikomanagement abgeleitet. Eröffnet wurde die Sitzung durch einen kurzweiligen Vortrag von Prof. Dr. Hartwig Webersinke, der auf seine unnachahmliche Art die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands, Europas und der Welt einordnete.

Passend zum Veranstaltungsort, brachte es Professor Webersinke auf den Punkt: „Im Fußball wäre Deutschland in einer Liga der Industrienationen seit Jahren auf dem letzten Platz.“ Aber wer die Lage insgesamt betrachten will, muss sich die Welt in ihrer Gesamtheit ansehen. Drei geopolitische Akteure - Trump, Xi und Putin – stehen für eine Politik ohne klare Bindung an Gewaltenteilung, Regeln und Institutionen. Wohin sich das weiterentwickelt und welche Folgend das haben wird, lässt sich noch nicht ganz vorhersehen. Aber eins lässt sich sicher sagen, wir leben in einer Zeit der großen Veränderungen, daran gilt es sich anzupassen. Aber obwohl gerade verlässliche Strukturen und Planbarkeit wirtschaftlichen Erfolg beflügeln, ist die Lage global betrachtet gar nicht so schlecht. Der IWF prognostiziert rund 3,3 Prozent Weltwirtschaftswachstum für das laufende Jahr und etwa 3,2 Prozent im Fünfjahresdurchschnitt, vor allem getragen von starken Regionen wie Indien, Vietnam und Indonesien. Das sind eigentlich keine schlechten Voraussetzungen für eine rentable Vermögensanlage. Allerdings muss das Bild differenziert betrachtet werden. „Letztlich bringen nominale Zuwächse wenig, wenn sie nicht zu einer real höheren Kaufkraft führen, deswegen ist die Zins- und Inflationsentwicklung die entscheidende Schlüsselgröße“, sagte Professor Webersinke.

Wo hier die Reise hingeht, hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel scheint der schlimmste Inflationsschub gestoppt zu sein, aber so ganz ist das Thema noch nicht vom Tisch. Die Verbraucherpreise in den USA steigen weiter, dies zu beenden war eines der zentralen Wahlversprechen Donald Trumps. Die Enttäuschung darüber könnte die Republikaner die Mehrheit bei den im November anstehenden Midterm-Wahlen kosten. Auch die steigende Staatsverschuldung der USA, Frankreich und vieler anderer Nationen lassen das Vertrauen in Papierwährungen sinken. Wie es nach der im Mai anstehenden Neubesetzung des Postens des US-Notenbankchefs weitergeht und welchen tatsächlichen Spielraum es dann für die geforderten Senkungen in der Zinspolitik gibt, wird spannend zu beobachten sein. Letztlich kann es sich auch ein Donald Trump wahrscheinlich kaum leisten, gegen den Zinsmarkt zu regieren und damit eine Verteuerung der Refinanzierung der amerikanischen Schulden zu riskieren. Auch im schwellenden Konflikt mit China ist der Ausgang und die weitere Entwicklung im Reich der Mitte nicht eindeutig. Zwar hat es die chinesische Wirtschaft in vielen Bereichen in den letzten Jahren geschafft, vom mehr oder weniger guten Kopisten zum Technologieführer aufzusteigen, wie etwa bei E-Autos. Trotzdem knirscht es auch hier an einigen Stellen, das zeigen die hohe Jugendarbeitslosigkeit und der abgestürzte Immobilienmarkt.

Auch die Lage hierzulande ist nicht eindeutig. Es gibt zwar Hoffnung, dass Deutschland das langanhaltende Nullwachstum, nicht zuletzt durch die schuldenfinanzierten Investitionsprogramme, überwinden kann. Aber die Zweifel sind gewachsen, ob es gelingt, die strukturellen Probleme anzugehen. Bürokratie, Energiepreise und Fachkräftemangel werden als die drei Haupthemmnisse für deutsches Wachstum identifiziert. Insgesamt zeigt sich ein gemischtes Bild, die Lagebeurteilung in Umfragen ist schwach, die Erwartungen haben sich aber etwas verbessert. Weltwirtschaftliches Wachstum bietet Chancen, doch Deutschland muss strukturelle Reformen, Bürokratieabbau, Energiepolitik und Bildungsoffensiven angehen, um wieder konkurrenzfähig zu werden. Kurzfristig sind Schwankungen und schwierige Monate zu erwarten, langfristig besteht jedoch Potenzial, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. „Es gibt auch in Zukunft Chancen in Hülle und Fülle“, fasst Prof. Webersinke die Lage in Deutschland und der Welt zusammen, „aber die Spreizung hat zugenommen und es gilt, die Risiken zu managen.“

Anlagestrategie: Diskussion und Beschlüsse
Ein ganz ähnliches Bild ergab auch die Diskussion in der großen Runde bei vielen Themen. Zum Beispiel wurde neben den enormen Chancen der künstlichen Intelligenz, auch die vielfach noch fehlenden Monetarisierungsmodelle herausgestellt. Oder die teuren Folgen aber auch Chancen für Europa, die sich aus der geopolitischen Neuordnung ergeben. In der großen Runde wurde die Lage insgesamt weiterhin als vorsichtig optimistisch eingeschätzt, mit vielen möglichen Auslösern von deutlichen Marktschwankungen. In der Basisstrategie war man sich einig, dass die grundsätzliche Aufteilung auf 40 bis 50 Prozent Aktien, 35 bis 52,5 Prozent Anleihen und Liquidität und 7,5 bis 15 Prozent Gold beibehalten werden soll. In der Branchenaufteilung wurde die Grundstruktur ebenfalls bestätigt, lediglich eine stärkere Gewichtung der Energie- und Rohstoffversorgung als einzelne Sparten angedacht. „Das globale Bild bis hin auf die Ebene einzelner Unternehmen ist extrem differenziert“, fasste Claus Walter zusammen, „das bedeutet für uns, es bleibt besonders wichtig, unserer Strategie der breiten Streuung über Branchen, Regionen, Währungen und Anlageklassen hinweg treu zu bleiben.“ Der erste Anlageausschuss im Stadion des SC Freiburg bestätigt die FVM-Aufstellung – die Strategie für ein erfolgreiches Jahr 2026 steht.


